Barcamp „Jetzt sind wir dran“

Auftaktveranstaltung für den aktuellen Bericht zum LBS-Kinderbarometer 2018

Kinder wollen und sollen mitbestimmen, fühlen sich jedoch häufig nicht ernst genommen oder finden kein geeignetes Sprachrohr.

Anders im durch PROKIDS organisierten Barcamp „Jetzt sind wir dran“, welches am 11.07.2018 in der Zentrale der Sparkasse Gelsenkirchen stattfand. An der sogenannten „Unkonferenz“ nahmen VertreterInnen aus Lokalpolitik, Kommune, Kinderparlament, Wissenschaft und Praxis sowie zwei Schulklassen der Gesamtschule Gelsenkirchen Horst teil.

Nach einer Begrüßung seitens der Sparkasse sowie der Initiatorin der Veranstaltung, der LBS, erfolgten Grußworte durch Prof. Dr. Gaby Flösser für den Deutschen Kinderschutzbund NRW und Annette Berg, der Stadträtin für Bildung und Jugend in Gelsenkirchen. Bevor gemeinsam mit dem eigentlichen Barcamp begonnen wurde, stellte Dr. Kathrin Müthing ausgewählte Befunde des aktuellen Kinderbarometers in ihrem Impulsvortrag zum Mitbestimmungsinteresse von Kindern in Deutschland vor. Demzufolge möchten Kinder insbesondere bei den Themen „Stadtplanung“ sowie „Sport-/Freizeitmöglichkeiten“ in ihrer Stadt mitbestimmen. 6 von 10 Kindern glauben jedoch nicht daran, dass Kindermeinungen in ihrer Stadt ernst genommen werden und mehr als die Hälfte wissen nicht, an wen sie sich in ihrer Stadt wenden können, wenn sie etwas verändern möchten. „Das ist ein Umstand, an dem Städte und Gemeinden dringend arbeiten müssen um Politikverdrossenheit abzuwenden“, betont Dr. Kathrin Müthing.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss ging es anschließend in die Sessionplanung. Alle Anwesenden konnten nun Diskussionsthemen vorschlagen und so ihre eigenen Sessions und den gemeinsamen Tag planen und selbst mitgestalten. Innerhalb von insgesamt drei Sessions à 30 Minuten wurde zeitgleich zu unterschiedlichsten Themen diskutiert und Erfahrungen sowie Beispiele ausgetauscht. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler benannten konkrete Vorschläge und stellten Forderungen an die Lokalpolitik: „Wir wünschen uns einen Treffpunkt für Jugendliche, an dem wir uns nach der Schule treffen können, ohne verjagt zu werden,“ „ein bewachter Fußballplatz mit Kunstrasen wäre super, um sich vor Verletzungen zu schützen“, dies sind unter anderem Vorschläge, die im Barcamp aufgegriffen wurden. Weitere Themen befassten sich beispielsweise mit dem Schulalltag oder der Digitalisierung, auch hier wurde heiß diskutiert, Erfahrungen und Wünsche wurden ausgetauscht.  

 

In einem abschließenden Feedback waren sich alle schnell einig, das Format Barcamp ist eine überaus geeignete Plattform zur Beteiligung und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen: „Es ist ein gutes Gefühl, dass man uns hier zuhört und versteht“, so lautet der Wortlaut einer Schülerin der Gesamtschule Gelsenkirchen Horst.  

Nun ist es Aufgabe der Lokalpolitik die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler aufzugreifen, um so eine bedürfnisorientierte und zukunftsfähige Region für Kinder und Jugendliche zu gestalten.

Sollten Sie Interesse an einem Barcamp zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Ihrer Stadt haben, sprechen Sie uns gerne an. 

 

Kontakt

Verena Todeskino
Tel.: 02366 188-521
E-Mail: v.todeskinoprosoz.LÖSCHEN.de