Fachtagung Asyl

Kommunen beraten über kommende Herausforderungen und praktische Lösungen

Ein prominent besetztes Forum für den kommunalen Austausch zur aktuellen Entwicklung rund um das Thema Flucht und Asyl bot PROSOZ Herten a m 28. April 2016 im RuhrCongress in Bochum an. Die ganztägige Veranstaltung wurde durch drei inhaltliche Schwerpunkte gekennzeichnet: Auf der Tagesordnung standen Beiträge zu den politischen, verwaltungstechnischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, kommunale Musterprojekte zu Integrationsmaßnahmen sowie die Unterstützung der Verwaltungsaufgaben durch Software.

Besetzt waren die Plenumsvorträge unter anderem durch kompetente Referenten aus der Forschung sowie von den kommunalen Spitzenverbänden des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Deutschen Landkreistages.

Aufnahme und Integration bleiben akute kommunale Themen

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Klaus Bade machte deutlich, welche Dimensionen das Thema für Politik, Gesellschaft und Verwaltung besitzt. „Wir müssen sozialen, kulturellen und ökonomischen Problemen begegnen“, so der Migrationsforscher und Politikberater. Ziel sei nicht weniger als ein neues konsensuelles und integratives Selbstbild der Einwanderungsgesellschaft. Dabei wurde auch klar, dass ein Hauptteil der Aufgaben der Integration auf kommunaler Ebene gelöst werden müssen.

Obwohl durch die jüngsten Entwicklungen momentan weniger Flüchtlinge aufgenommen werden müssen, wird der Druck auf die Kommunen nicht nachlassen. Die globalen Flüchtlings- und Migrationsströme werden Deutschland weiter erreichen und erfordern dauerhafte und nachhaltige Lösungen für die Aufnahme von Zuwanderern, so die einhellige Meinung der Experten. Gerade die Maßnahmen zur Integration stehen zudem erst in der Anfangsphase.

Hilfen für die Arbeit vor Ort

Praktisch wurde es bei der Vorstellung von kommunalen Musterprojekten zur Integration. Besonders erwähnenswert ist der Vortrag von Kathrin Wolf, Fachbereichsleiterin Migration und Integration der Caritas, die über die konkrete Koordination ehrenamtlicher Helfer berichtete. Gerade in der Aufnahmearbeit und Versorgung vor Ort haben die vielen  ehrenamtlichen Initiativen unverzichtbare Hilfe geleistet, die viele Schnittstellen mit den kommunalen Aufgaben haben. Weitere Beiträge widmeten sich der schnellen Wohnungsbereitstellung für Asylbewerber und dem in vielen Kommunen aktuell diskutierten Thema der elektronischen Gesundheitskarte.

Auf der Tagesordnung standen auch die Softwarelösungen für effektive Arbeit in der Flüchtlings- und Asylbewerberbetreuung. Betont wurde hier vor allem die Bedeutung der vernetzten Arbeit über Systemgrenzen hinaus, so zum Beispiel durch den Import von Personendaten in die kommunalen Systeme, die eine neuerliche Registrierung erspart oder auch Auswertungsmöglichkeiten, die in den Verwaltungen Transparenz über die Zahlen und Zusammensetzung der aufgenommen Menschen schafft. Abgerundet wurde das Programm durch Vorträge zum persönlichen Stressmanagement und einem Abriss zur jüngsten gesetzlichen Entwicklung. Auch hier verdeutlichte Dr. Klaus Ritgen vom Deutschen Landkreistag, dass der Zustrom von Asylbewerbern die Gemeinden weiterhin beschäftigen wird und, dass die Integrationsaufgaben die Tagesordnung der Verwaltungen auf Jahre hin prägen werden.

Das breite Themenspektrum der Tagung zeigte die Vielfältigkeit der Aufgaben und Anforderungen an die Kommunen. Besucher wie Referenten zogen eine positive Bilanz des fachlichen Forums in Bochum, von vielen Teilnehmern wurde besonders die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch gelobt. Besonders trat dabei hervor, dass die Entwicklung der letzten Monate fach- und rechtsgebietsübergreifende Perspektiven erfordert. PROSOZ Herten wird sich den Themen Migration und Asyl auch weiterhin widmen, nicht nur mit zusätzlichen Funktionen in der Software, sondern auch verstärkt mit speziellen Qualifizierungsangeboten.