Das BTHG in der Diskussion

Amtsleiter treffen sich in Herten

Das Bundesteilhabegesetz mit seinen mannigfaltigen Ansprüchen und Herausforderungen war Thema des ersten „Kolloquium Zukunft“ in Herten. Ca. 40 Teilnehmer trafen sich am 7. März 2018 in der Untertagebar des Revuepalastes auf dem Gelände der Zeche Ewald, um über die verschiedenen Aspekte des Gesetzes zu diskutieren und sich über die praktische Umsetzung auszutauschen.

In zwei Diskussionsrunden widmeten sich die Besucher – Amtsleiter und für die Umsetzung verantwortliche Führungskräfte aus den Kommunen – den programmatischen und organisatorischen Problemen, die das BTHG aufwirft.

Ein „Meilenstein“, „gigantisch umfangreich“ und mit „unzähligen Fragen behaftet“

Dass das BTHG nicht nur komplex, sondern auch kontrovers ist, wurde gleich in den Eröffnungsstatements deutlich. Impulsvorträge aus verschiedenen Blickwinkeln schilderten die aktuellen Herausforderungen der Gesetzesänderungen. Zentrales Thema war dabei vor allem die Neuordnung der Eingliederungshilfe.

In ihrem Eröffnungsvortrag gab Dr. Irene Vorholz vom Deutschen Landkreistag zunächst einen Überblick über den momentanen Stand der Umsetzung in den einzelnen Bundesländern und den Aufgaben, die sich daraus für die zuständigen Landkreise und kreisfreien Städte ergeben. Diese kommunale Perspektive wurde im Laufe des Tages ergänzt durch Beiträge von Ingo Tscheulin von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg und Christian Grelck, Fachdienstleiter Recht und Soziales im Landkreis Nordfriesland, einer der Modellkommunen für die BTHG-Umsetzung. Annett Löwe, wissenschaftliche Referentin des Projektes Umsetzungsbegleitung BTHG, vertrat die gesetzgeberischen Intentionen, während Jochen Winter, Geschäftsführer des Unterbezirks Ennepe-Ruhr der Arbeiterwohlfahrt, die Situation aus Sicht der Leistungserbringer darstellte. Welche Bereiche für die Fachverfahren und Arbeitsabläufe relevant werden, schilderte Dr. Freya Ostlinning von PROSOZ Herten.

Kolloquium als offenes Diskussionsforum

Ganz gleich, ob es um die Frage ging, wie realistisch die Beteiligungsideen für Menschen mit Behinderungen umgesetzt werden können, wie hoch der Personalbedarf vor Ort sein wird oder offene Finanzierungsfragen gelöst werden können: das Programm sprach gezielt die strategischen und organisatorischen Aufgaben an, die zuständige Kommunen erwarten. Die kontroversen Themen wurden dabei nicht ausgespart.

Das Programm legte den Schwerpunkt auf den interkommunalen Austausch und die offene Diskussion. Neben Podiumsdiskussionen, an denen sich die Besucher aktiv beteiligen konnten, wurden die angesprochenen Themen in kreativen Pausen weiterverfolgt. Gemeinsam die akuten Handlungsfelder in den Blick nehmen und miteinander Lösungen formulieren war das Ziel des Kolloquiums Zukunft. Die offene Veranstaltung mit innovativen Elementen wie Fish-Bowl-Plenum und World-Café-Meeting lieferte entscheidende Impulse für die Praxis. Weitere Themen für das Kolloquium Zukunft sind in Vorbereitung.