Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag 2017

Kindgerechte Partizipation mit dem PIfS

Gemeinsam für mehr Partizipation

Auf dem diesjährigen Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag hat das PROSOZ Institut für Sozialforschung (PIfS) die unterschiedlichen Facetten von Partizipation beleuchtet. So gab es Informationen, Anregungen und konkrete Maßnahmen zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in bundes- oder landesweite sowie kommunale Prozesse. Die drei Tage wurden dazu genutzt, am Stand mit unterschiedlichen Experten der Kinder- und Jugendhilfe darüber zu sprechen, wie echte Möglichkeiten geboten werden können, Kinder und Jugendliche zu beteiligen, ihre Sichtweisen anzubringen und Veränderungen vor Ort anzuregen. Dass dieses Thema wichtig ist, zeigt das aktuelle LBS-Kinderbarometer: mehr als die Hälfte der Kinder will bei Entscheidungen in der eigenen Kommune mitreden. Allerdings fühlen sich bislang nur 48% in Ihrer Stadt ernst genommen. Der Wunsch nach Beteiligung besteht, nun müssen entsprechende Handlungen in den Kommunen vor Ort erfolgen.

Möglichkeit der kommunalen Beteiligung: die moderierte Fokusgruppe


Eine Möglichkeit, dem Wunsch der Kinder nachhaltig nachzukommen, sind moderierte Fokusgruppen mit anschließender inhaltsanalytischen Ergebnisaufbereitung. Die PIfS-Fokusgruppe ist eine besondere Form der qualitativen Forschung, da durch die geführte Diskussion zu einem bestimmten Thema sortierte und alltagsrelevante Ergebnisse aus Sicht der Gesprächsrunde erarbeitet werden. Mit einer Schülergruppe aus Düsseldorf konnte auf dem DJHT 2017 exemplarisch gezeigt werden, wie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aussehen kann, um diese in kommunalpolitische Entscheidungen einzubeziehen und Handlungsempfehlungen sowie Impulse aus Sicht der Schüler für die Stadtentwicklung abzuleiten. In Düsseldorf haben die Kinder darüber diskutiert, was sie im Rathaus dem Bürgermeister mitteilen würden, um sich im eigenen Stadtteil noch wohler zu fühlen.  


Umwelt- und Naturschutz, Unterstützung für Flüchtlinge, Hilfestellungen im Alltag sowie Spielmöglichkeiten

Mehr Umweltbewusstsein und -schutz wird von den gefragten Schülern gefordert und sie präsentieren dafür gleichzeitig einen eigenen Lösungsansatz: mehr Mülleimer im Stadtbild. Das wünschen sie sich insbesondere für Raucher, damit diese ihre Zigaretten nicht auf den Boden werfen. Darüber hinaus wünschen sie sich mehr Naturparks, Begrünung und Sportmöglichkeiten, aber auch Flüchtlingsunterkünfte sowie Hilfen für Menschen, denen es nicht gut geht. Außerdem wünschen sie sich mehr Hilfe von Erwachsenen beim Lesen von Busfahrplänen – also im alltäglichen Umgang miteinander. Zudem wird die Verbesserung der Straßensituation im Stadtteil thematisiert. Alle Aussagen sind von den Kindern selbstständig notiert und von der ausgebildeten PIfS-Moderatorin gesammelt, besprochen und gemeinsam diskutiert worden. So wurde live und vor Ort deutlich, wie kommunale Stadtentwicklung mit Kindern praktiziert werden kann, um diese an den Prozessen vor Ort zu beteiligen und sie als Ideengeber und Bewohner der Stadt ernst zu nehmen.

Kontakt:
Marion Kaltwasser
Tel.: 02366 188-118
E-Mail: m.kaltwasserprosoz.LÖSCHEN.de