Aktiver Erfahrungsaustausch auf dem PROSOZ SGB II Symposium in Oranienburg

Karsten Peter Schröder
Kreistagsvorsitzender im Landkreis
Oberhavel
Neuen Herausforderungen aktiv begegnen
Eine breite Themenpalette bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des SGB II Symposiums in Oranienburg. Zahlreiche Führungskräfte aus den Sozialverwaltungen sowie Vertreter/Innen von ARGEN aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über den aktuellen Sachstand der Neuordnung im Rechtskreis SGB II und dessen Umsetzung mit Hilfe moderner und leistungsfähiger IT Lösungen wie OPEN/PROSOZ zu informieren. Das Spektrum der Fachreferate reichte dabei von Einblicken in die laufende Diskussion um die künftige Trägerschaft über Praxisberichte erfolgreicher Leistungsgewährung und Aktivierung bis hin zur Demonstration neuester Controlling-Plattformen. Alle Beiträge dienten hierbei dem praxisnahen Erfahrungsaustausch. Heiko Greitschus-Kock, Vorstand der Arbeit im Landkreis Verden AöR, wandte dieses Motto zum Appell: "Lassen Sie uns Netzwerke bilden. Wir können nur voneinander lernen, voneinander profitieren", so Greitschus-Kock in seinem Referat zu effizienter und effektiver Vermittlung.
Mit der Einladung in den Landkreis Oberhavel in unmittelbarer Nähe der Bundeshauptstadt konnten sich die Teilnehmer/Innen sozusagen vor Ort über gelungene Beispiele aus der SGB II Praxis informieren. Kreistagsvorsitzender Karsten Peter Schröder unterstrich dabei die Rolle einer aktiver Verwaltung für die erfolgreiche Kommunalentwicklung in einem Gebiet, das zu den wenigen mit Bevölkerungszuwachs in der Region zählt - auch nicht zuletzt dank des zielgerichteten Handelns im Rahmen des SGB II, wie in einem Beitrag zu den speziellen Herausforderungen für die Zielgruppe U25 deutlich wurde. Best Practice Beispiele aus den Landkreisen Verden und Spree-Neiße zur effizienten und nachhaltigen Aktivierung / Vermittlung sowie zur fristgerechten und reibungsfreien Einführung der Softwarelösung ergänzten die Praxisberichte.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen erfreuten sich die Referate mit tagespolitischem Bezug naturgemäß besonderer Aufmerksamkeit. Zu Mut und Entschlossenheit kommunale Handlungsspielräume zu nutzen und zu fordern, rief Gerd Goldmann vom Deutschen Landkreistag, auf und verteidigte in seiner dezidierten Stellungnahme die Kompetenzzuweisung an die Kommunen im Rahmen des Optionsmodells - auch als Weg in die Zukunft. Weitere Ausführungen zur rechtskonformen Umsetzung der Leistungsgewährung stärkten diese Position. Goldmann warnte vor den verfassungsrechtlichen Risiken in der Konstruktion des Bundes über die Aufgabentrennung und Kooperation. Die grundlegenden Zielsetzungen von Hartz IV würden darin zu Lasten der Betroffenen preisgegeben.
Selbstverständlich war das Symposium auch Plattform für die EDV-technische Abbildung der Anforderungen des SGB II für sämtliche Trägermodelle. Ein "Blick in das Labor" der Entwicklung von PROSOZ Herten zeigte dabei, welche Möglichkeiten sich für Berichtswesen und Steuerung schon jetzt eröffnen. Eine Live-Demonstration des neuen Controlling-Tools PROSOZ KRISTALL verdeutlichte zielgerichtete Analysen durch die automatisierte Komplexitätsreduktion in der Datenhaltung.
Mit der Themenauswahl und der Gestaltung des Informationstages verfolgte PROSOZ Herten als Veranstalter vor allem das Ziel "Netzwerke zu gestalten / Hilfe effizient und nachhaltig zu machen" - ein Bestreben, das alle Teilnehmer des Symposiums einte.
Artikel vom 05.02.10



